KINDERTHEATER Termine

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PREMIERE:

14. September 2019

15 Uhr

weiterer Termin

15. September 2019

14 Uhr

Der falsche Tiger und das Glück (Shiawase)

Ab 6 Jahre | Dauer 70 Minuten

 Über den Respekt für die Tiere und über die Freundschaft

Nach Motiven von 2 japanischen Volksmärchen von Kristóf Szabó

Zuerst egoistisch und auf materielles Glück aus, findet Yoko im Verlauf der Geschichte heraus, dass der Respekt für alle Lebewesen erst das Erleben von wahrem Glück möglich macht.

Yoko ist arm und träumt davon, einmal reich und berühmt zu werden. Sie ist ihrer bösen Oma davon gelaufen und lebt versteckt unter dem Bahnhof von Tokyo. Te, die Zauberin, schenkt Yoko ein Schaf, doch kein gewöhnliches: Mo kann sich in einen zahmen tanzenden Tiger verwandeln. Erst ist Yoko vom Geschenk enttäuscht – doch dann hat sie eine Geschäftsidee: Sie lässt den zahmen Tiger tanzen, Kinder dürfen es sogar streicheln für Geld. Sie verdient viel und wird reich und berühmt. Nur an das Schaf denkt sie nicht und lässt es Tag und Nacht arbeiten; bis es krank wird. Da rettet es die Zauberin Te und bestraft Yoko für ihre Habsucht: Yoko muss im Wald leben, bis die Zeit ihrer Strafe um ist. Nur eine Glocke darf sie mitnehmen. Im Wald versteht Yoko die Gesetze der Natur und lernt Tiere und Pflanzen zu respektieren. Menschen besuchen sie und Yoko schenkt ihnen die Glocke und tanzt mit ihnen zu ihrem schönen Klang – dabei findet sie wahre Freunde und erfährt zum ersten Mal geteiltes Glück.

Wo: Horizont Theater | Thürmchenswall 25 | 50668 Köln

Premiere: 14.September 2019 – 15 Uhr

Weiterer Termin in 2019: 15.September 2019 – 14 Uhr

Kartentelefon 0221-13 16 04 | Eintritt: 7,–€

 Weitere Termine in 2020: 08, 09, 15, 16. Februar und 07, 08. März 2020 – 14 Uhr

K.Szabó F.AC.E. Der falsche Tiger und das Glück Foto Mike Kleinen
Foto Mike Kleinen

Mit:

Zauberin in Rente TE (手 dt. HAND) Schauspiel – Eva Marianne Kraiss CV

Das Mädchen YOKO (よこ おの dt. YOKO) Schauspiel & Tanz – Theresia Erfort CV

Der tanzende Tiger MO (も dt. AUCH) TanzAdrián Castelló CV

in den weiteren Rollen:

BÖSE OMA, POLIZISTIN, SEKRETÄR ROKOKO, ERZÄHLERIN, REPORTERIN, ALTER MANN: Eva Marianne Kraiss

tanzendes PFERD, tanzender GEIST, WALDWESEN Adrián Castelló

ANSAGERIN Theresia Erfort

TEAM

Kontakt/PR/social media: Julia Karl CV

Choreografie Adrián Castelló CV – Kristóf Szabó

Zeichnungen, Text, Regie: Kristóf Szabó CV

Kontakt: face-performingarts@hotmail.com

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Probenfoto Kristóf Szabó

PLOT:

Seit die Eltern ums Leben gekommen sind, lebt Yoko bei der Großmutter in einem verlassenen Dorf. Großmutter ist böse, sie gibt Yoko nicht genug zu trinken, vertreibt ihre Katze und feiert ihren Geburtstag nicht.

Als Yoko alt genug ist und Großmutter sie mit in die Stadt nimmt, findet Yoko im Zug eine alte Glocke, wie ihre Mutter es ihr in einem Traum versprochen hatte. Der Klang der Glocke tröstet und macht Mut. Großmutter will die Glocke wegnehmen und in der Stadt, vor dem Hutgeschäft, kommt es deswegen zum letzten Streit. Yoko behält die Glocke und läuft Großmutter davon, verirrt sich im Bahnhof, stürzt in ein Loch und findet im Labyrinth der Kanalisation, der Schächte und Flucht-Tunnel ein schlicht eingerichtetes Zimmerchen für Erdbeben-Notfälle mit dem Schild: ZUR FREUNDLICHEN BENUTZUNG.

Hier richtet sie sich ein und lebt allein, versorgt sich aus dem Müll des Bahnhofs mit Essen und Trinken und mit allem, was sie braucht. Welcher Tag es ist, weiß sie nicht, und wann sie Geburtstag hat auch nicht – die Großmutter hat es ihr nie gesagt. Als sie die Menschen im Bahnhof betrachtet, wie schön sie sind und wie sie sich beeilen, um wichtige Dinge zu tun, fühlt sie sich einsam und wünscht, einmal reich und wichtig zu sein.

 

An diesem Abend klopft es an ihrer Tür – und eine uralte Frau schenkt Yoko zum Geburtstag ein Schaf namens Mo. Erst ist Yoko vom Geschenk enttäuscht – Mo bedeutet eine Sorge mehr – doch bald findet sie heraus, dass sich das Schaf in einen tanzenden Tiger verwandeln kann. Yoko hat eine Geschäftsidee: Sie lässt den falschen Tiger vor Publikum tanzen und lässt die Kinder es streicheln für wenig Geld. Bald ist sie in der ganzen Stadt berühmt und kommt sogar ins Fernsehen: Dort wird sie >>Das Mädchen mit dem tanzenden Tiger<< genannt.

Die Großmutter ist froh, sich nicht mehr um Yoko kümmern zu müssen und als sie Yoko im Fernsehen erkennt, bleibt sie ungerührt, ruft nicht an und schweigt.

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Alle Menschen in der Stadt lieben den zahmen Tiger! Alle Kinder wollen es streicheln. Neuvermählte tanzen mit ihm, denn sie glauben, er brachte ihnen Glück. Yoko verdient viel und wird reich. Sie wohnt nicht mehr unter dem Bahnhof, sondern in einem Haus mit 4 großen Gärten – einen für jede Jahreszeit, sie kann sich mit ihrem Tisch unterhalten und hat alle Trikots der Fußball Nationalmannschaft von allen Ländern der Welt.

 

Und wenn die Sonne scheint, kann sie mit ihrem Haus, wie mit einem Flugzeug, durch die Lüfte fliegen. Doch all dies genügt Yoko nicht – etwas fehlt zu ihrem Glück immer und sie will noch mehr Geld, denn sie will alles, was sie anfasst, ihre Teller und Tassen, ihren Regenschirm, ihr Fahrrad, ihr Fahrradschloss und ihre Handtücher aus Gold haben.

Auf einmal bekommt sie Besuch von der alten Frau. Sie verrät Yoko, dass sie die Zauberin Te in Rente ist und noch immer ganz schön böse werden kann. Te ermahnt Yoko, für Mo gut zu sorgen – doch vergebens! An Mo, das Schaf, denkt Yoko nicht und lässt es Tag und Nacht arbeiten, bis es krank wird und fast stirbt. Da wird Mo eines Nachts von Te, der alten Zauberin in Rente, entführt und sie ruft an beim Fernsehen und verrät Yokos Geheimnis. Überall in den Nachrichten wird von dem Betrug mit dem falschen Tiger erzählt – die Menschen fühlen sich belogen und obwohl es stark regnet, brechen sie zu Yoko auf und vertreiben sie aus der Stadt. Nur die Glocke darf Yoko mitnehmen, sonst nichts. Te pflegt Mo gesund.

Lange lebt Yoko im Wald. Beim Pilzsammeln lernt sie Tiere und Pflanzen zu respektieren. Menschen belauschen Yoko dabei, als sie sich bei den Kirschbäumen, den Bienen, dem Bach und dem Wind für die Großzügigkeit für sie zu sorgen bedankt und sie wird bald zum Gesprächsstoff der Stadt. Eines Tages wird Yoko von einem alten Mann besucht – er leiht sich die Glocke und nimmt sie mit in die Stadt. Als Yoko merkt, dass der alte Mann die Glocke nicht wiederbringt, geht sie in die Stadt, um sie zu holen.

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Im Park findet sie Mo, Te und alle Bewohner der Stadt – sie tanzen zum schönen Klang der Glocke im Kreis. Als Mo Yoko erkennt und blökt, halten sie inne und Te, die alte Zauberin in Rente, fragt Yoko, ob sie ihre Glocke zurückhaben wolle. Yoko schenkt die Glocke den Menschen, alle tanzen weiter und Yoko wird zur Mittanzgelegenheit eingeladen zum Dank für ihre Großzügigkeit. Tanzend mit allen, ist Yoko glücklich.

Der falsche Tiger und das Glück spricht Kinder wie Erwachsene an. Kristóf Szabó schrieb das Märchen 2019 und ließ sich von seiner Tochter Jonka, 8 Jahre alt, dramaturgisch beraten. Die Grundlage von Der falsche Tiger und das Glück sind einzelne Motive von 2 japanischen Volksmärchen.

Zum Autor und Regisseur Kristóf Szabó

Kristóf Szabó publizierte Lyrik und Theaterstücke in Budapest/Ungarn, bevor er 2007 in Köln zu inszenieren begann. Für seine Mixed-Media-Inszenierungen, die er mit Schauspielern* und Tänzern* umsetzt, wurde der interdisziplinäre Theatermacher für den Kölner Tanz- (2011) sowie für den Kölner Theaterpreis (2018) nominiert.

Der falsche Tiger und das Glück ist Kristóf Szabós erste Inszenierung am Horizont-Theater und sein viertes Stück für Kinder.

 Kontakt/PR/social media: Julia Karl | face-performingarts@hotmail.com

 

Welches Kindertheater wollen wir

Interview mit Kristóf Szabó geführt von Malika Szabó:

K.Szabó.: „Kindern etwas erzählen ist besonders anspruchsvoll, denn das Publikum kennt keine Gnade. Mit „Der falsche Tiger und das Glück“ inszenieren wir zum vierten Mal ein Kinderstück, zum ersten Mal im Horizont Theater.

Als Vater von 3 Kindern im Alter von 3, 8 und 14 Jahren, habe ich einen intensiven Austausch mit Kindern – wir erzählen und erfinden Märchen jeden Tag.

Die Entscheidung, den eigenen Inszenierungsstil für Kinder weiterzuentwickeln, hat also einen biografischen Hintergrund.

Auch sehen wir seit über 10 Jahren in Köln Kinderstücke an; viele behandeln Themen des Alltags, wenige gehen auf eine allgemeine Ebene und vermitteln Werte wie „Mitgefühl“, „Teilen“, oder sprechen ernste Themen an (z.B. den Tod – was Kinder massiv beschäftigt).

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Probenfoto Kristóf Szabó

Wir möchten ein Kindertheater machen, das grundlegende Themen des Lebens anspricht und essentielle Werte vermittelt – in gewisser Hinsicht ein Theater, das auch Eltern interessiert. Die Märchen, die wir erzählen, sind Parabeln (wir denken da an unsere Vorbilder, die großen Meister des magischen Erzählens: Michael Ende, Ervin Lázár, Saint-Exupéry – ihrer unerreichbaren Leistung eifern wir nach).

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Kristóf Szabó LICHT 2012

Bereits 2012 titelte M. Purkert in ihrer Besprechung zu unserem Stück KÖPFE: „Märchen für Erwachsene“ (Akt 01/2012) – und schrieb: „in Köln nie gesehene magische Momente“. Und über unsere letzte Theater-Inszenierung GEHIRNE.AVATAR schrieb der Kölner Wochenspiegel (Okt. 2018): „…verführt die Zuschauer mit unnachahmlicher Ästhetik…“

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Kristóf Szabó KÖPFE 2012

Wir möchten unsere Auffassung von Theater sowohl inhaltlich als auch ästhetisch im Bereich Kinder- und Jugendtheater umsetzen und sind überzeugt, dass es ein Bedürfnis gibt nach Verbindlichkeit (gerade beim Erziehen von Kindern), die über die Welt der Müll fressenden Monster und des Geschenke-Kriegens zu Weihnachten hinausgeht; Auch wenn die Gefahr besteht, dass Kinder, die im XXI. Jhd. mit klassischen Werten aufwachsen, später die kleineren Autos, die kleineren Häuser und die kleineren Balkone haben werden.“

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Kristóf Szabó Der Hund des Sysiphos 2010

 

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